2. August 2016 von Reiner Ugele

Wieslauf Wasserfall an der Klingenmühle - Langzeitbelichtung

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald – Das Wieslauftal

In Deutschland gibt es schöne Klingen und Bachtäler. Jeder dieser Orte besitzt für sich etwas besonders. Hier in meiner Gegend, wo ich lebe, gibt es einige solcher Orte. Zu erwähnen sind dabei die Bachtäler Monbachtal bei Bad Bad Liebenzell (Nordschwarzwald), Hörschbach und die Wieslauf (Schwäbisch Fränkischer Wald). Zu jeder Jahreszeit bieten diese Orte immer wieder tolle Motive, die man fotografieren kann. Gerade der Herbst und Winter bietet für Fotografen sehr unterschiedliche Impressionen.

Der Herbst gibt der Umgebung durch seine verfärbten Blätter eine besondere Note, mit der man sehr farbintensive und stimmungsvolle Naturaufnahmen anfertigen kann. Zudem bietet der Herbst oft nebelige Tage, die gerade an so einem Bachlauf noch mehr Stimmung in ein Bild bringen kann. Der Winter kann die Umgebung wiederum in einem ganz anders Licht erscheinen lassen, als es im Herbst oder Sommer der Fall ist. Tief verschneite Landschaften, gefrorene Wasserkaskaden an den Wasserläufen oder Wasserfällen dominieren dann diese Gegenden. So bieten die verschiedenen Jahreszeiten einen guten Kontrast zueinander und lassen die gleiche Landschaft immer anders aussehen. Solche Bachtäler sind definitiv sehr lohnenswerte Naturfotografie-Motive.

Bei fließendem Wasser: Langzeitbelichtungs-Aufnahmen!

Wenn fließendes Wasser in der Aufnahme dabei ist, so wäre eine Langzeitaufnahme eine Option. Diese gibt dem Bild eine andere Bildstimmung als wenn man diese nur normal (dokumentarisch) fotografiert. Das Wasser wird bei solchen Aufnahmen weich gezeichnet, fast schon malerisch wirkend. Dieses ergibt dann eine etwas surreal wirkende aber stimmungsvollere Fotografie. Solche Aufnahmen bedeuten aber immer, dass man zusätzliches Gepäck mitnehmen muss. Auf jeden Fall muss ein stabiles Stativ, ein geeigneter ND-Filter, Kabel- oder Fernauslöser mit dabei sein.

Heutzutage gibt es schon recht leichte und stabile Reise-Stative mit denen man solche Aufnahmen erstellen kann. Daher kann man sich damit schon ein paar Kilos, die man herumtragen muss, einsparen. Wichtig ist aber, dass man darauf achten sollte, wie viel Gewicht der Stativkopf aushält. Ist die Kamera zu schwer, so greift die Feststellschraube des Stativs nicht mehr und die eigentliche Position verrutscht. Dies kann soweit führen, dass die Schraube sich abnützt und sich der Kopf gar nicht mehr feststellen lässt.

Bei der Fotografie ist es es immer wichtig, die richtige Ausrüstung mit dabei zu haben. So lassen sich dann später am PC lange Gesichter vermeiden. Zu diesem Thema wird es noch einen separaten Artikel hier auf Naturbilder Magazin geben. Dabei werden die Punkte Ausrüstung und Aufnahmetechnik ausführlicher behandelt und nicht wie hier in diesem Artikel nur angeschnitten.

Die Wieslauf und das Wieslauftal

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Punkt diese Artikels, denn ich möchte von den oben genannten Bachtälern die Wieslauf einmal vorstellen. Genauer gesagt der Abschnitt an der Klingenmühle, der auch begehbar ist und man dort zwei kleine aber schöne Wasserfälle vorfinden kann. Gerade dieses Gebiet ist doch recht „wild romantisch“, wie es mir jemand aus dem nahe liegenden Welzheim erzählt hat; was sich bei meinem ersten Besuch auch bewahrheitet hat. Es ist wirklich ein sehr schönes Stückchen Natur, welches man dort im Tal vorfindet. Zu allererst möchte ich erst einmal etwas über den Fluss selber erzählen und dann meine Impressionen von diesem Ort mit euch Lesern teilen. Vielleicht bekommt ihr ja selber mal Interesse daran, dort hinzufahren und Bilder zu machen.

Die Wieslauf ist ein Nebenfluss der Rems (Rems-Murr-Kreis), welcher seinen Ursprung im Welzheimer Wald hat. Nördlich von dem Ebnisee, befindet sich die Quelle und die Zuläufe, die in dem genannten See gestaut werden. Danach tritt  der Fluss seine 23,7km  lange Reise in Richtung Schorndorf an, wo sie dann in die  Rems mündet.  Im 18. Jahrhundert wurde, bis in die erste Hälfte des 19 Jahrunderts, der Fluss für die Flößerei wirtschaftlich genutzt. Aber nicht nur für die Holzwirtschaft, sondern auch für die Wasserkraft. So findet man in ihrem Bachtal eine alte Mühle, die heute als Ausflugslokal dient, sowie auch eine alte Ruine von einem Wasserkraftwerk.

Wenn man dies nun so liest, hört sich nun alles etwas unspektakulär an und man denkt sicherlich an einen normalen Fluss, den man auch so kennt. Aber nein, denn ab der „Laufenmühle“ beginnt die Wieslauf ihr Bild zu verändern. Über die Jahrhunderte fraß sich der Fluss tief in den die verschiedenen Gesteinsschichten hinein und hinterließ ein tiefes Flusstal. Der Anfang von diesem Tal ist unzugänglich, aber man kann von einer Aussichtsplattform aus sehr gut ins Tal herunter blicken.

Von dieser Plattform aus kann man auf der rechten Seite, am Bahn-Viadukt entlang, den ersten Wasserfall der Wieslauf sehen. Schaut man auf die linke Seite, so sieht man den Zufluss des Edenbach, der ebenso mit einem leichten Getöse hinab ins Tal stürzt und unten sich dann beide Flüsse vereinigen.

 

Der Weg hinab zum unterem Wieslauftal

An der oben genannten Plattform befindet sich auch der Startpunkt der Reise. Dort ist ein Parkplatz, der immer recht schnell voll ist bzw. schnell voll wird. Der Weg in das Wieslauftal ist recht gut zu finden. Der Weg hinab ins Tal führt einen zuerst an einen etwas mehr als hundert Meter gut ausgebauten Weg entlang in den Wald hinein. Am Anfang des Weges sieht man sofort einen riesigen Sockel, der am Wegrand steht. Bei meinem ersten Besuch in dieser Gegend konnte ich mir gar keinen Reim darauf machen, was dieser künstliche Block überhaupt sein soll.Wie sich aber dann nach einer Recherche herausstellte, war dies ein altes Fundamt für eine Stromtrasse. Wie ich schon in diesem Artikel geschrieben habe, wurde der Fluss in jüngerer vergangener Zeit auch zur Stromgewinnung durch Wasserkraft genutzt.

Relikt der Stromtrasse die genutzt wurde um die Wasserkraft-Energie aus dem Wieslauftal zu transportieren
Relikt der Stromtrasse die genutzt wurde um die Wasserkraft-Energie aus dem Wieslauftal zu transportieren

Dies ist eines der Relikte, die man noch in diesem Wald vorfinden kann. Aber wenn man schon bei dem Thema Wald ist: Dieser Wald, in dem sich das Wieslauftal befindet, ist ein sogenannter Bannwald. Das bedeutet, dass dort kein Forstwirtschaft betrieben wird und der Wald sich selbst überlassen wird. Dies soll nicht nur ein wichtiges Naturreservat sein, sondern auch ein völlig neues Habitat für Tiere und Pflanzen. Solche Projekte geben auch Wissenschaftler Auskünfte darüber, wie sich die Natur ihren Lebensraum wieder zurückholt und sich vor allem ohne Einfluss des Menschen wieder entwickelt. Für jeden Naturfotografen klingt so etwas immer vielversprechend, denn dies könnte doch ein fast unerschöpfliches Reservoir an unterschiedlichen Motiven darstellen.

Weg hinab zum Wieslauftal zur Klingenmühle
Weg hinab zum Wieslauftal zur Klingenmühle

Wenn man nun dieses Fundament passiert hat, kommt man gleich im Anschluss an einem Spiel- und Grillplatz vorbei. Dort kann man sehr gut den Sandstubenstein sehen, der die obere Schicht diese Gebietes bildet. Einen kurzen Marsch weiter gerade aus, trifft man auf der rechten Seite auf eine beschilderte Abzweigung. Ein großes weißes Schild zeigt den Weg zu der Klingenmühle, also hinunter in das Wieslauftal. Der Weg nennt sich auch Eselsweg, was wohl daher kommt, dass dieser Weg früher als Transportweg für die Güter diente, die in der Mühle produziert wurden und mittels Esel nach Welzheim transportiert wurden. Soviel zu meiner Interpretation für diese Wegbezeichnung.

Eine andere Interpretationen, die mir in den Sinn kamen, erspare ich mir an dieser Stelle. Als ich mich über den Weg informiert habe, hieß es auf

Der Eselsweg hinab zur Klingenmühle
Der Eselsweg hinab zur Klingenmühle

einer Seite, dass dieser Weg „schlammig“ sein sollte. Dies hat sich dann doch recht schnell bestätigt und ich war eigentlich doch recht froh, dass es zu dem Zeitpunkt noch kalt war und es nicht geregnet hat. Aber trotzdem gab es einige Stellen, die recht „feucht“ waren. Daher sollte ein festes Schuhwerk den Sonntagsschuhen vorgezogen werden, außer man will sich unbedingt neue Schuhe kaufen. Als ambitionierter Naturfotograf sollte man eh immer die passende Kleidung und das richtige Schuhwerk angezogen haben.

Auf halber Strecke hat man (eher im Winter) schon einen guten Blick auf das Flusstal und die Wieslauf. Dort sieht auch schon die Klingenmühle, die sich auf der anderen Seite des Flussufers  befindet. Ein kleiner Trampelpfad führt von der Hauptstrecke zum Fluss hin. Dort kann man diesen aber nicht überqueren, doch es scheint früher mal eine Brücke darüber gegeben zu haben. Auf dem anderen Ufer sieht man noch das Fundament einer Holzbrücke, die über die Wieslauf geführt hat.

Wenn man flussaufwärts nach rechts schaut, so kann man Reste alter Fundamente erkennen, die aus der Zeit stammen, als der Fluss durch die Mühle industriell genutzt wurde. Blickt man flussabwärts, in die Richtung der Mühle, so sieht man schon den ersten Wasserfall, welcher mein eigentliches angepeiltes Hauptziel für diese Fotografie-Tour war.

Zurück auf dem dem schmalen Hauptweg ging es dann weiter hinunter in das Tal. An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass der Abstieg für Menschen mit einer Gehbehinderung nicht zu empfehlen ist. Es gibt sehr hohe Stufen und es ist sehr matschig bzw. rutschig. Aber es gibt zum Glück noch eine alternative Route, in dem man den geteerten Weg nimmt, der direkt von dem Busbahnhof und dem Wieslaufbahn-Bahnhof hinunter zur Klingenmühle führt. Da ich noch gut zu Fuße bin, habe ich mich doch für den „abenteuerlichen“ Weg entscheiden. Vor der Mühle überquert man dann die Wieslauf über eine solide wirkend Brücke. Von dieser aus bekommt man dann schon die erste Impression vom ersten Wasserfall auf der rechten Seite. Schaut man auf der Brücke links hinunter, so sieht man auch den zweiten Wasserfall, der aber etwas schwieriger zu erreichen ist.

Ein kurzer Blick auf die Technik

An die Wasserfälle der Wieslauf kommt man allgemein schwer hin. Das heißt, man kann sich nicht einfach so direkt davor stellen und fotografieren. Entweder man verwendet ein Teleobjektiv und versucht von den zugänglicheren Stellen zu fotografieren. Wenn man etwas wagemutiger ist, so kann man sich an den Seitenufer entlang balancieren, um so eine geeignete Stelle zu finden. Am Besten ist es, wenn man Gummistiefel mit dabei hat und so durch den Fluss läuft um so an eine optimale Stelle zu kommen.

Aber dann sollte man jedenfalls darauf aufpassen, dass man auf die Natur achtet. So sollte man sich nicht wie ein Troll verhalten und meinen, sich überall positionieren zu können. Achtet daher immer auf die Vegetation und auf die Tiere. Wenn ihr das Stativ in das Wasser stellen solltet, achtet bitte vorher, dass es nicht geölt wurde. Speziell der Teil, der dann im Wasser sein sollte, also primär die Stativbeine. Denn jeder Tropfen Öl verschmutzt das Wasser und sauberes Wasser bedeutet Leben! Wenn ihr euch nicht sicher seit, so sucht euch eine trockene Stelle wie auf einem Stein oder an einer Böschung. Es wird sich sicherlich eine Möglichkeit finden.

Bei meinen Aufnahmen hatte ich keine Gummistiefel mit dabei gehabt und somit musste ich mir alternativ eine Stelle am Uferrand der Wieslauf suchen. Mit ein paar kunstvollen Sprüngen über die Steine, natürlich mit gesamter Ausrüstung und Montur, fand ich eine geeignete Stelle, um so meine Aufnahmen von dem ersten Wasserfall zu machen. Auf der Höhe des alten Mühlrads konnte ich sehr gut mit dem Canon 18-55 mm den Wasserfall ablichten. Mit diesem Objektiv und dessen Brennweiten-Bereich konnte ich, von meiner gewählten Stelle aus, am besten den Wasserfall und die mit Moos behafteten Steine fotografieren.

Des weiteren war es mir mit dem Zoomobjektiv auch möglich, verschiedene Bildausschnitte mit dem Wasserfall zu fotografieren. Allgemein sollte man immer verschieden Bildausschnitte wählen. Ein Weitwinkel-Bereich hat immer eine andere Bildwirkung als ein Telebereich, kombiniert man das noch mit dem Hoch- oder Querformat, so ergeben sich schon vier unterschiedliche Bildausschnitte und Bildwirkungen (Zoom, Weitwinkel, Hoch- oder Querformat). Jeder Ausschnitt hat dabei eine andere bzw. eigene Bildsprache, die das Bild an sich interessant macht.

Ein Neutrale Dichte-Filter im Einsatz

Zusätzlich kann man das Ganze noch mit einem Neutrale Dichte (ND)-Filter kombinieren. Für die Leser die jetzt nicht wissen, was ein ND-Filter ist, erkläre ich dieses kurz. Solch einen Filter setzt dann man ein, wenn man eine längere Belichtungszeiten bei Tageslicht erreichen möchte. Sich bewegende Objekte werden dann unscharf dargestellt bzw. werden dann auf dem Bild gar nicht mehr dargestellt. In der Natur kann man die Bewegung der Wolken verschwimmen lassen (die sogenannte Bewegungsunschärfe) oder wie hier in diesem Fall, das Wasser weichzeichnen lassen. Damit lässt sich die Fließbewegung des Wasser kunstvoll darstellen. Für Aufnahmen am Tag nimmt man am Besten einen ND-Filter mit einer hohen Filterdichte. Damit lässt sich die Belichtungszeit soweit verlängern, dass man das angesprochene „weiche“ Wasser in der Aufnahme erhält. Solche Aufnahmen sollten generell mit einem stabilen Stativ und mit einem Kabelauslöser erstellt werden. Nur so wird eine hohe Qualität der Aufnahmen gewährleistet.

Wieslauf Wasserfall an der Klingenmühle - Langzeitbelichtung
Wieslauf Wasserfall an der Klingenmühle – Canon 70D, f/8,  10 sek, ISO 400, Haida PRO II MC ND1000

Bei einer Langzeitbelichtung ist der Wind immer der größte Feind der Aufnahme. Dass man ein stabiles Stativ verwendet sollte, wurde ja gerade schon geschrieben, so dass man den Faktor einer verwackelten Aufnahme durch die Kamera minimieren kann. Doch gibt es andere Dinge, die während einer solchen Aufnahme auftreten können. Wenn wir jetzt einmal annehmen würden, dass in der Aufnahme Bäume oder Sträucher vorkommen würden, so kann der Wind bei einer dazu führen, dass es durch die Bewegung der Zweige oder Grashalme zu einer unschönen Bewegungsunschärfe in der Langzeitbelichtungsaufnahme führen.

Ein paar Tricks zur Vermeidung von Bewegungsunschärfe

Dieses Problem lässt sich aber durch ein paar Tipps vermeiden. Der erste wäre dieser, dass man morgens die Aufnahme macht. Dies hat den Vorteil, dass es noch keinen Wind gibt. Denn erst durch die intensive Sonneneinstrahlung entsteht Wind. Gerade im späten Frühjahr bis Anfang Herbst stellt dies oftmals ein großes Problem dar. Wer also zu dieser Jahreszeit Langzeitbelichtungsaufnahmen erstellen möchte, für den heißt es früh morgens raus. Oder man hat das Glück, dass man sich in einem windgeschützten Bereich befindet, wie zum Beispiel in einem Bach- oder Flusstal. Dort ist man dieser Problematik der Bewegungsunschärfe etwas besser geschützt als auf einer offenen Fläche.

Natürlich lässt sich dies aber nie zu hundert Prozent ausschließen bzw. vermeiden. Daher wäre der nächste Tipp, dass man den Bildausschnitt so wählt, dass man so gut wie keine Bäume oder Sträucher mit im Bild zu sehen sind. Dies lässt sich aber nicht in jeder Situation anwenden und schränkt einen in der kreativen Bildgestaltung durchaus erheblich ein.

Ein „Hack“ um Bewegungsunschärfe per Bildbearbeitung zu retuschieren

Daher möchte ich noch einen letzten und besseren Tipp geben, wie man diese Bewegungsunschärfe auf seinen Fotografieren letztendlich vermeiden kann. Dazu benötigt man zwei Aufnahmen und ein Bildbearbeitungsprogramm wie zum Beispiel Adobe Photoshop. Wichtig ist nur, dass das Bildbearbeitungsprogramm eine Ebenen Funktion hat. Denn darin liegt der eigentliche Trick an der Sache. Man erstellt zwei Fotografien mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Einmal die eigentliche Langzeitbelichtungsaufnahme mit einer langen Belichtungszeit und dann eine Aufnahme mit einer kurzen und ohne ND-Filter.

Wichtig hierbei ist es, dass man dabei die Kamera und das Stativ nicht verstellt, so dass man zwei identische Aufnahmen erhält. So sollte auch nur die Belichtungszeit verändert werden und nicht die Blende selbst. Daher empfiehlt es sich, dass man bei der Kamera in den manuellen Modus geht und dann so die Aufnahme korrekt belichtet. Alternativ kann man auch den Blendenvorwahl-Modus verwenden und man lässt dann die Kamera die richtige Belichtungszeit ermitteln.

Am Computer öffnet man nun beide Dateien separat und kopiert oder verschiebt eine auf die andere Datei. Danach sollte man zwei identisch übereinander liegende Ebenen haben. Es ist dabei egal, welche Aufnahme nun die erste Ebene darstellt. Denn was man nun macht ist, dass man den Bereich freistellt, den man nicht mehr in dem Bild haben möchte. Dies geht am einfachsten mittels einer Ebenenmaske und man malt die störenden Bereiche weg. Am Ende fügt man dann beide Ebenen als ein Bild zusammen (auf eine Ebene reduzieren) und so hat man schon eine gelungene Aufnahme ohne störende Bewegungsunschärfe von Bäumen und Sträuchern mit im Bild. Ein ausführliches Tutorial, wie man so etwas im Detail macht, wird es natürlich noch hier auf Naturbilder Magazin geben.

Der Vorteil von RAW

Es ist immer von Vorteil, wenn man seine Fotografien im RAW-Format aufnimmt. So besitzt man immer noch genügend Farbinformationen, um das Bild anschließend anpassen zu können. Bei einem komprimierten JPG-Format, ist man zu sehr limitiert, um wirklich noch wesentliche Veränderungen an einem Bild vornehmen zu können. Bei Langzeitbelichtungsaufnahmen sollte man schauen, dass der Weißabgleich stimmt. Denn die Problematik bei Aufnahmen mit einem ND-Filtern ist diese, dass man oft einen höheren Anteil an Rot im Bild hat (Rotstich). Dies lässt sich natürlich noch im Nachhinein ohne Probleme am Computer korrigieren.

Das RAW-Format bietet auch noch andere Vorteile, mit dem sich ein Bild noch optimieren lässt. Gerade bei der Landschaftsfotografie kann man Strukturen bei Wolken oftmals wiederherstellen. Auf die Vorteile von RAW gegenüber JPG möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Damit würde ich jetzt zu sehr vom eigentlichen Thema abschweifen. Auch zu diesem Bereich wird es noch einen ausführlichen Artikel geben.

Es gibt doch noch ein Hauch von wilder Natur in Deutschland

Einen richtigen Urwald wird man hier in Deutschland nicht mehr finden. Doch gibt es noch einige Plätze, wo man die Schönheit der Natur noch bewundern kann. Das Wieslauftal ist definitiv einer dieser Orte. Zwar ist man nicht ganz entfernt von der Zivilisation, aber man kann dort sehr viel Zeit zum Fotografieren und Filmen verbringen. Gerade ein Bannwald bietet einem doch zahlreiche fotografische Möglichkeiten. Wer jetzt nicht unbedingt der Landschaftsfotograf ist, der kann vielleicht auch noch das eine oder andere Motiv dort entdecken.

Bei meiner ersten Tour sind mir zum Beispiel zwei Wasseramseln entgegengeflogen. Ein Stativ sollte man aber auf alle Fälle mit im Gepäck haben, da das Flusstal recht tief liegt. Das Filmen wäre auch noch eine Alternative zum Fotografieren. Fast jede moderne Kamera und selbst Smartphones beherrschen die technischen Möglichkeiten, Videos aufzuzeichnen. So lassen sich bewegte Bilder mit Tonaufnahmen erstellen, um so die ganzen Impressionen der Umgebung besser einfangen zu können. Eine Fotografie ist ein statisches Element, mit dem man nur einen Augenblick aufnimmt. Das Video erweitert ganz klar diese Möglichkeit. Dies sollte man auch nutzen, um die Natur besser „einfangen“ und visualisieren zu können.

Wenn man solche Landschaften fotografieren oder filmen möchte, so blendet man in der Regel immer ab und wählt vor allem keine Offenblende. Eine Blendenwahl zwischen f/8 – f/11 verspricht in diesem Fall eine gute Qualität (wiederum abhängig von dem Objektiv) und eine gute Tiefenschärfe. Um in so einem Gebiet, bei dem es doch sehr viel zu entdecken gibt, flexibel zu bleiben, sollte man doch verschiedene Brennweiten mit einpacken. Für die Landschaft empfiehlt sich ein Weitwinkel-Objektiv. Wenn man aber mehr in das Detail gehen möchte oder auch Tiere fotografieren möchte, so sollte man zusätzlich noch ein Teleobjektiv mitnehmen.

Man muss das Ganze im Endeffekt sportlich sehen. Es hört sich zwar nach viel Ausrüstung an, aber auf der einen Seite kann man so schöne Bilder erstellen und auf der anderen Seite spart man sich den Gang zum Fitnessstudio. Daher raus in die Natur und sucht doch mal in eurer Gegend nach einem Stück „wilder“ Natur. Manchmal muss man gar nicht weit suchen.

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