11. Oktober 2017 von Reiner Ugele

Mond Fotografie Stack Aufnahme

Mehr Details bei der Mond-Fotografie

Jeder, der schon einmal den Mond mit seiner DSLR Kamera fotografiert hat, kennt dies. Die Details, also die Mondkrater und Gebirge, wirken oftmals verwaschen und unscharf. Sie kommen nicht wirklich zur Geltung.

Es gibt noch die Möglichkeit mittels Bildbearbeitung mehr Details aus der Aufnahme herauszuholen, doch die Resultate sind oftmals eher schlecht und vermindern die Qualität, anstatt sie zu verbessern. Schnell wird das Bild überzeichnet und ein deutliches Rauschen macht sich darin bemerkbar.

Hochauflösende Mond-Bilder durch Stacking

Ihr wollt mehr Details in eure Mondaufnahmen bekommen? Dann heißt das  Zauberwort Stacking. Das Stacking-Prinzip wird oft bei der Astrofotografie verwendet, um mehr Details zu erhalten und das Rauschen zu vermindern. So lässt sich zum Beispiel mit diesem Verfahren auch die Andromeda-Galaxie von der Erde aus mit einem Teleobjektiv sichtbar machen.

Das Prinzip des Stackings lässt sich schnell erklären, ohne tief in die mathematisch Materie, die dahinter steckt, einzugehen. Es werden dabei mehrere Aufnahmen von einem Objekt, wie zum Beispiel des Mondes, erstellt. Diese Aufnahmen werden dann mittels einer mathematischen Funktion zusammen gerechnet. Dabei addieren sich die einzelnen Pixel der jeweiligen Aufnahmen. Dadurch kommen durch dieses Verfahren viele Details zum Vorschein.

Je mehr Bilder aufgenommen werden, desto besser wird später dann das zusammengerechnete Ergebnis. Aber auch die Rechenzeit erhöht sich, je mehr Bilder ihr dazu verwendet. Um nun den Unterschied zwischen einer einzelnen Aufnahmen und einem Stack zu verdeutlichen, so solltet ihr das nachfolgende Bild einmal genauer betrachten.

Mond Fotografie mehr Details durch Stacking
Mondfotografie: mehr Details durch Stacking – direkter Vergleich zwischen einer Einzelaufnahme und einem Stack

Die linke Aufnahme vom Mond ist eine einzelne Aufnahmen, die mit einem 70-300mm Teleobjektiv bei 300mm Brennweite erstellt wurde. Da bei der verwendeten Kamera ein APS-C Sensorchip verbaut ist, entspricht die dargestellte Brennweite (umgerechnet auf das Kleinbildformat) 480mm. Mittels Bildbearbeitungs-Software wurde das Bild zusätzlich noch beschnitten, um so den Mond vergrößert darzustellen.

Auf der rechten Seite seht ihr das fertige Stack-Bild, das mit 78 Einzelaufnahmen zusammen addiert wurden. Der Unterschied zwischen einer einzelnen Aufnahme und einem Stack ist mehr als deutlich zu sehen. Die Details sind besser hervorgehoben und der Mond erhält in der Aufnahme viel mehr Tiefe und Schärfe. Im direkten Vergleich wirkt die einzelne Aufnahme doch recht blass und eher verschwommen.

Vorbereitung für die Mond-Fotografie

Wenn ihr den Mond fotografiert und dazu noch ein Stacking erstellen möchtet, so benötigt ihr folgende Grundausrüstung dafür: Ihr solltet eine Kamera mit einem Teleobjektiv ab 200mm aufwärts verwenden. Dazu ein stabiles Stativ und einen Kabelauslöser, um so Verwacklungen in den Aufnahmen zu minimieren.

Wir können euch nur empfehlen, auf den M-Modus in eurer Kamera zu schalten und die Belichtungszeit und Blende manuell einzustellen. Auch den ISO solltet ihr nicht auf Auto haben. Abweichungen in der Belichtung der jeweiligen Aufnahmen können zu Problemen bei der Erstellung des Stacks führen.

Folgende Punkte solltet ihr für eure Mond Aufnahmen einstellen:

  • Automatischer Fokus (AF) ausschalten
  • ISO auf 100-200 stellen
  • Blende zwischen 8 und 11 stellen
  • Belichtungszeit manuell einstellen
  • Mittels LiveView und Lupenfunktion manuell fokussieren
  • Kabelauslöser zum Auslösen verwenden

Habt ihr diese Punkte beachtet, so könnt ihr auch schon anfangen, eine Reihenaufnahme zu erstellen. Falls euer Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt, so solltet ihr diesen vor der Aufnahme ausschalten. Dieser würde nur die Qualität der Aufnahme etwas schmälern. Zudem stabilisiert das Stativ eure Kamera.

Wenn ihr eine Serienaufnahme des Monds erstellt, beachtet auch die Mondumlaufbahn und vor allem die Zeit. Von unserem fixem Beobachtungsstandpunkt wandert der Mond bogenförmig von Osten, wo er aufgeht, nach Westen, wo er wieder untergeht. Das heißt, dass ihr die Kamera nachführen müsst, also die Position des Mondes mit eurer Kamera angleicht.

Empfohlene Anzahl von Aufnahmen

Es empfiehlt sich daher, wenn ihr die erste Aufnahme erstellt, den Mond etwas links unten im Sichtfeld der Kamera zu platzieren. So könnt ihr, je nach Belichtungszeit, schnell eine Reihenaufnahme von 70-100 Bildern erstellen ohne die Position der Kamera verändern zu müssen.

In der Regel reichen schon weniger als 100 Aufnahmen, um eine gute Qualität zu erzielen. Macht aber immer ein paar Bilder mehr, denn es kann immer wieder vorkommen, dass das ein oder andere Bild doch verwackelt ist. Dieses könnt ihr später dann immer noch aussortieren und löschen.

Das Stacking der Mond-Bilder

Für das Stacking der einzelnen Mondaufnahmen könnt ihr die Freeware Software Fitswork kostenlos von der offiziellen Seite herunterladen. Die Zip-Datei entpackt ihr dabei in ein beliebiges Verzeichnis und könnt danach das Programm starten.

In dem folgenden Video erklären wir euch, wie Fitswork funktioniert und wie ihr mit diesem eure eigenen Stack-Aufnahmen zusammen rechnen lassen könnt. Dieses Video könnt ihr auch direkt auf  unserem offiziellen YouTube-Kanal anschauen.

 

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