9. März 2017 von Reiner Ugele

Krokus im Frühling

Fotografie Tipps für den Frühling

Die Tag-Nachtgleiche läutet am 20.3  offiziell den Frühling ein. Die Natur richtet sich gewöhnlich aber nicht nach irgendwelchen Kalendern. So kann es sein, dass schon Ende Februar/Anfang März die ersten Frühlingsboten zu sehen sind oder auch erst sehr viel später. Für Fotografen kann der frühe „Termin“ doch recht sein. Denn der Januar/Februar ist traditionell recht spärlich mit Motiven gesegnet. Für Naturfotografen ist dies doch eher eine Durststrecke, die es erst einmal zu überwinden gilt. Wenn es aber dann soweit ist, gibt es wieder unzählige Motive, die draußen in der Natur fotografiert werden können. Wir möchten euch in diesem Artikel ein paar Tipps und Motiv-Vorschläge geben, um gut in den Frühling starten zu können.

Mögliche Motive im Frühling

Der Frühling ist neben dem Herbst eine der Jahreszeit, die eine Fülle an Motiven bieten kann. Eigentlich gibt es in jedem Bereich, wie zum Beispiel in der Landschaftsfotografie, Makrofotografie oder Tierfotografie, etwas zu finden. Es dürfte eigentlich niemanden geben, der nichts im Frühjahr zum fotografieren hätte. Wir wollen euch ein paar Vorschläge unterbreiten, welche Frühlings-Motive in unserem Portfolio vorkommen.

Natur- und Landschaftsfotografie

Schneeglöckchen auf einer Wiese
Schneeglöckchen läuten das Ende des Winters ein und sind eindeutige Vorboten des Frühlings

Der Winter ist vorüber und die Landschaft erwacht so langsam. Die ersten Frühblüher kommen, je nach Wetterlage, Ende Februar – Anfang März heraus. Der Startschuss beginnt mit den Schneeglöckchen, Krokussen und Winterlingen. Dies sind die ersten Blümchen, die sich immer wieder sehr gut als Motiv eignen. Schneeglöckchen und Krokusse wachsen öfters einmal zusammen auf Wiesen in Parks oder in Friedhöfen. Dies ergibt immer wieder einen sehr schönen farblichen Kontrast, welcher die Frühlingsstimmung sehr gut einfangen lässt.

Später gibt es auch wieder die Blütenphase der Bäume. Die Kirsch- oder die Apfelblüte sind auch sehr tolle Motive, die mit dem Frühling assoziiert werden. Gerade dies zeigt auch das bunte Erwachen der Natur nach ihrem langen Winterschlaf.

Im Frühjahr gibt es auch für Landschaftsfotografen viele tolle Motive. Sei es eine Blumenwiese oder nur eine weite Landschaft, die im satten „Grün“strahlt. Nach dem tristen, monotonen Winter wirkt so eine Landschaft total anders und eignet sich als Frühjahrsmotiv sehr gut.

Tier-, Insekten- und Amphibien-Fotografie

Amphibien beginnen im Frühjahr mit ihrer Wanderung um ihren Laich in ihrem Geburtstümpel oder Gewässer abzulegen.
Amphibien beginnen im Frühjahr mit ihrer Wanderung um ihren Laich in ihrem Geburtstümpel oder Gewässer abzulegen.

Neben den Blüten gibt es auch wieder Insekten, die aus ihrer Winterstarre erwachen. Für Fotografen, die gerne Makrofotografien erstellen, sind diese immer wieder beliebte und faszinierende Motive. Ob es nun Schmetterlinge sind, Käfer, Spinnen oder Bienen, es finden sich unzählige Motive zum fotografieren. Im Frühjahr gibt es zudem noch den Vorteil, dass es morgens noch kühler ist. Das bedeutet, dass es zu einem noch keine starke Winde durch die Sonneneinstrahlung gibt und zum anderen, dass die Tiere etwas länger brauchen, um aus ihrer nächtlichen Starre zu kommen. Denn nur so kann ein gutes Makro gelingen, wenn sich nichts bewegt.

Im Frühjahr gibt es auch immer Tiernachwuchs. Ob nun Küken, Kanninchen oder junge Füchse, es wird sich garantiert in der näheren Umgebung ein Motiv finden. In Parks bei Enten, Gänsen oder Schwänen ist es immer etwas einfacher. Diese sind ein wenig an den Menschen gewohnt, sodass sie sich auch nicht zu arg stören lassen, wenn der Nachwuchs fotografiert wird. Natürlich gibt es auch in Zoologischen Gärten und Wildparks immer wieder Nachwuchs. Der Nachteil ist aber oft, dass diese entweder hinter Zäunen oder Glasscheiben sind. Dies kann oftmals die Qualität des Bildes trüben.

Amphibien, besonders Kröten, brechen im zeitigen Frühjahr/Spätwinter zu ihrer obligatorischen Wanderung auf. Ziel ist es, ihre Laichgewässer zu erreichen um dort ihre Eier ablegen zu können. Während der Wanderung springen die männlichen Kröten auf die Weibchen und lassen sich bis zu den Gewässer tragen. Ebenso werden Feuersalamander und Molche im Frühjahr aktiv, u.U. bereits Ende Winter. Wer etwas Glück hat, der kann diese auch noch bei Tag fotografieren. Allgemein sind sie aber eher dämmerungs- bzw. nachtaktiv und im Normalfall nicht allzu leicht zu finden.

Ein paar allgemeine Tipps für den Frühling

Anders wie es im Herbst oder im Winter der Fall ist, muss im Frühling nicht so sehr auf etwas bestimmtes geachtet werden. Wichtig ist in erster Linie, dass auch die richtige Ausrüstung mitgenommen wird. Für Landschaftsfotografie sollte stehts ein Weitwinkel-Objektiv mitgenommen werden, ein Polfilter, ein Stativ und ein Kabelauslöser. Natürlich sollte die Kamera auch mit dabei sein, volle Akkus und mindestens zwei leere Speicherkarten.

Das gleiche sollte auch bei Makrofotografien der Fall sein, nur dass auch ein dementsprechendes Makroobjektiv mit dabei sein sollte. Wer nun kein Makroobjektiv besitzen sollte, der kann auch ein Tele- oder, wenn es das Motiv erlaubt, ein Weitwinkelobjektiv benutzen. Dies ist zwar kein Ersatz für ein richtiges Makro, aber es kann trotzdem noch gut und detailreich abbilden. Gerade bei Schmetterlingen kann dies recht nützlich sein.

Eine lange Brennweite kann von Vorteil sein

Beim Tiernachwuchs sollte immer eine lange Brennweite verwendet werden. Grund dafür ist, dass stets ein gewisser Abstand zu den Tieren eingehalten werden sollte. Die Elterntiere könnten sonst etwas „allergisch“ auf Annäherungen reagieren und anfangen ihren Nachwuchs zu verteidigen. Das geht natürlich nicht bei allen Tieren, sondern eher bei denen, die an den Menschen etwas gewohnt sind. An dieser Stelle den Hinweis: NIEMALS ! Den Nachwuchs anfassen oder gar mitnehmen! Dies bedeutet dann den sicheren Tod für das Tier! Man schaut mit den Augen und nicht mit den Händen!

Bei anderen Tieren ist dies aber nicht möglich. Wer zum Beispiel Fuchswelpen fotografieren möchte und vielleicht sogar einen Fuchsbau kennt, der braucht dafür sehr viel Zeit und Geduld. Denn primär ist dann die Tarnung wichtig, sodass man unentdeckt bleibt. Was an der Stelle auch noch gesagt werden sollte: niemand sollte es übertreiben und die Elterntiere bei der Aufzucht des Nachwuchs permanent stören. Es kann dazu führen, dass die Elterntiere das Nest oder den Bau aufgeben und der Nachwuchs verhungern muss. Selbst wenn es ein spektakuläres Bild geben würde, hätte dies einen sehr hohen Preis.

Die Perspektive

Ein entscheidender Faktor für interessante Fotografien ist die Perspektive. Was immer wieder zu sehen ist, ist diese typische Position von oben herab fotografiert. Bei Blumen oder Tieren wirkt diese Perspektive in den allermeisten Fällen einfach langweilig. Zudem wird wirklich viel Potential vergeben, um ein interessantes Bild zu gestalten. Der Grund ist simpel. Wir als Menschen haben einen festen Blick auf die Dinge in unserer Umwelt. Wird nun aus dieser Perspektive fotografiert, wirkt das für viele einfach gewöhnlich und es fehlt der „Aha-Effekt“.

Viel schöner ist es, wenn eine horizontale Linie von der Kamera zum Motiv hin als Perspektive verwendet wird. Dies bedeutet aber dann einen gewissen Grad an Fitness. So aber werden tolle Aufnahmen erstellt, die dem Betrachtet eine komplett andere Sicht auf das Motiv geben. Dies ergibt dann diesen „Aha-Effekt“ und sprich garantiert deutlich mehr Betrachter an. Natürlich gibt es auch noch viele andere Perspektiven, die jeder einmal ausprobieren sollte.

Ansonsten können wir euch noch empfehlen, auf den Wetterbericht zu achten, denn das Frühjahr kann ziemlich regnerisch sein. Achtet beim fotografieren auch bitte auf eure Umwelt, soweit es möglich ist. Das Frühjahr bietet sicherlich für jeden begeisterten Fotografen etwas. Geht hinaus in die Natur, genießt diese Zeit der Erneuerung und fotografiert!

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