1. Oktober 2016 von Reiner Ugele

Mauereidechse

Eidechsen in Deutschland

Wenn man Eidechsen betrachtet, so kommen einem sicherlich Erinnerungen an einen früheren Ausflug in ein Naturkundemuseum wieder in den Sinn. Die dortige Dinosaurier-Ausstellungen (falls vorhanden) beispielsweise mit einem Tyrannosaurus Rex oder all die anderen Saurierarten lassen die Ähnlichkeiten sehr schnell deutlich werden. Die Eidechsen sind die Nachfahren von diesen Dinosauriern, die vor Millionen von Jahren auf dieser Erde lebten. Der Unterschied ist aber eindeutig, dass die Eidechsen nicht mehr die Ausmaße haben, wie ihre Ahnen. Diese waren ja oftmals mehrere Meter hoch und Tonnen schwer. Nichts im Vergleich zu den heutigen, bei uns lebenden Sauriern, die maximal eine Gesamtlänge von 40 cm erreichen.

Wie jeder weiß sind die Dinosaurier schon längst ausgestorben und ebneten für unsere Spezies, den Säugetieren, die Zukunft auf dieser Erde. Die Erben der Saurier sind aber heute genau so bedroht wie ihre Vorfahren. Fast alle hier einheimischen Eidechsenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Dies bedeutet, dass sie in unmittelbarer Zeit vom Aussterben bedroht sind. Hauptursache für diese Situation ist der Mensch. Dieser hat über die Jahrhunderte hinweg die Landschaft verändert und somit auch den Lebensraum dieser Tiere verringert.

Die Situation für die Eidechsen in Deutschland

Daher bleibt diesen Echsen nur noch ein Bruchteil von Refugien übrig, in dem sie leben und sich ungestört ausbreiten können. Aber selbst heute liest man immer wieder in den Zeitungen, dass es Probleme mit Lebensraum der Tiere und Bauprojekten gibt. Ein bekanntes Beispiel dafür findet man bei dem Bauprojekt Stuttgart 21. Auf einer Trasse müssen 10.000 Zauneidechsen umgesiedelt werden. Erst dann können die Bauarbeiten beginnen bzw. fortgesetzt werden. Es ist löblich, dass doch was für den Artenschutz getan wird und die Tiere wenigstens umgesiedelt werden. Selbst wenn dies Mehrkosten für das umstrittene Bahnprojekt bedeutet.

Dies ist aber nur ein Beispiel, was alles für den Artenschutz getan wird. Doch gibt es immer wieder Konflikte mit dem Menschen, die das Habitat dieser Tiere umgestalten oder gar zerstören wollen. Genau diese Konflikte führten dazu, dass viele Tiere, nicht nur die Eidechsen, auf der Roten Liste  landen. Nichtsdestotrotz gibt es doch Projekte, um gerade die Eidechsen zu retten. Es wird aber immer schwieriger, geeignete Plätze für die Tiere zu finden.

Eidechsen, die man in Deutschland finden kann

Hier in Deutschland gibt es insgesamt fünf Echsenarten. Jede Art hat ihr eigenes, spezielles Refugium, an denen ihr Leben angepasst ist. Es gibt doch verschiedene Merkmale, wodurch sich die Eidechsen zum Teil sehr stark voneinander unterscheiden. Ein Merkmal haben aber alle unsere heimischen Eidechsen gemeinsam: Sie sind alle mittel- bis langfristig vom Aussterben bedroht.

Die Mauereidechse

männliche Mauereidechse
eine männliche Mauereidechse mit ihrem markanten langen Schwanz

Mauereidechsen bevorzugen als Lebensraum sehr trockene und sonnige Mauern, steinige, felsige Hänge oder Bahntrassen. Vorwiegend sind diese Echsen in den Weinbergen zu finden in den Gebieten Rhein, Neckar und Mosel. In anderen Teilen Deutschlands kommen diese Tiere nicht vor, sondern sind nur im Süden und Westen von Deutschland zu finden. Charakteristisch für die Mauereidechsen ist der schlanke Körperbau und die leicht gekeilten Rückenschuppen. Allgemein werden sie 22 cm bis 25 cm lang und sind zudem sehr langschwänzig.

Die Färbung des Rücken ist hell- bis mittelbraun oder grau und kann auch mitunter grünlich gefleckt sein. Markant sind auch die schwarzen Flecken, die unregelmäßig auf dem Rücken eine Art Netzstruktur bilden können. Dunkle, breite Seitenstreifen an den Flanken geben der Mauereidechse ihre eigene Charakteristika. Die Unterseite bei den Mauereidechsen ist gleichmäßig in einem weißlichen, gelblichen oder rötlichen Ton gefärbt. Es gibt auch einige, die unten am Bauch getüpfelt sind, aber dies hängt dann von der Unterart ab. Dort gibt es doch einige Variationen, was die Färbung und das Muster der Schuppen betrifft.

Die Männchen unterscheiden durch die schwarzen Flecken an dem Rücken, die oftmals zu einem deutlichen Netzmuster zusammenfließen. Sonstige eindeutige Unterscheidungsmerkmale gibt es bei den Mauereidechsen nicht. Die Paarungszeit liegt zwischen den Monaten März und Juni. Jedes Paar legt bis zu drei Gelege ab, die dann nach zwei bis drei Monaten schlüpfen. Die Echsen ernähren sich vorwiegend von Spinnen und Insekten.

Die Mauereidechse ist geschützt und zudem stark gefährdet. Die Gefährdung kommt daher, dass gerade in ihrem bevorzugten Habitat, die Weinberge, es keine oder kaum noch Trockenmauern gibt. Durch den modernden Weinbau schwindet der Lebensraum recht drastisch. Die Mauereidechse ist in Deutschland streng geschützt und wird in der roten Liste in Deutschland in der Vorwarnliste aufgeführt.

Die Zauneidechse

Zauneidechsen sind in ganz Mittel- und Osteuropa zu finden. In Deutschland findet man sie vorwiegend in Gebieten wie an trockenen Waldrändern, Heideflächen, Steinbrüchen, Bahndämmen oder Wildgärten. Bei ihrem Lebensraum legen sie Wert auf eine Mischung aus lockeren, offenen Gelände und dicht bewachsenen Bereichen oder Mauern. Daher kommt auch der Name Zauneidechse, da man diese früher oft an solchen Grenzbereichen wie Zäune finden konnte.

männliche Zauneidechse mit in ihrem grünen Paarungskleid
männliche Zauneidechse in ihrem grünen Paarungskleid

Die Zauneidechse zeichnet sich durch einen kräftigen Körperbau mit kurzen Beinen aus. Der Kopf ist recht massiv und hebt sich vom Körper deutlich ab. Ausgewachsene Zauneidechsen erreichen eine Gesamt-Körperlänge von bis zu 24 cm. Meistens sind die Tiere aber eher kleiner oder haben einen versehrten Schwanz, was ihre Gesamtlänge deutlich schmälert. Anders als bei der Mauereidechse besitzt die Zauneidechse einen vergleichsweise deutlich kürzeren Schwanz. Der Schwanz kann bei großen Exemplaren bis zu 14 cm lang werden und die Kopf-Rumpf-Länge bis zu 9,5 cm. Bei der Mauereidechse kann das Verhältnis der Schwanzlänge zum restlichen Körper fast das doppelte betragen.

Die Färbung und Zeichnung der Schuppen ist von Echse zu Echse unterschiedlich. Diese ist abhängig vom jeweiligen Alter, Geschlecht und der Jahreszeit. Beispielsweise wird das Männchen im Frühjahr zur Paarungszeit an den Flanken leuchtend grün. Es gibt Exemplare, die sogar fast gänzlich grün werden.

Ansonsten erkennt man Zauneidechsen durch ihre typische Zeichnung und Färbung auf dem Rücken. Dort verlaufen vom Nacken bis ungefähr zur Schwanzmitte helle, sandfarbene Seitenlinien (sogenannte Parietalbänder) und dunkelbraune, rechteckig wirkende Quersprossen (sogenannte Dorsalflecken), deren Zwischenräume bräunlich gefärbt sind. Ungefähr mittig auf dem Rücken verlaufend befinden sich noch weißliche, unterbrochene Längsstriche. Die Grundfarbe der Zauneidechse ist von dem Oberkopf bis Schwanz und deren Gliedmaßen bräunlich. Dies sieht man deutlich bei den Weibchen, die im ganzen Jahr ihre Schuppenfärbung beibehalten.

Der Lebensraum der Zauneidechsen schwindet immer mehr. Der Grund dafür ist die Zerstörung der Lebensräume. Intensive Landwirtschaft, Straßenbau, Reaktivierung von Brachland sind aber nur einige Gründe dafür, warum das Habitat der Zauneidechsen immer weiter zurückgeht. Die Echse braucht nunmal einen bestimmten Lebensraum, um zu leben und sich fortpflanzen zu können. Aus diesem Grund steht die Zauneidechsen unter strengem Schutz und gehört  zu den gefährdeten Arten in Deutschland. Teilweise ist das von Bundesland zu Bundesland noch etwas anders. Aber dies ändert an der allgemeine Situation der Zauneidechsen doch recht wenig.

 

Die Waldeidechse

Die Waldeidechse gehört zu der am weit verbreitetsten Echsen-Arten im eurasischen Raum. So reicht dieses Gebiet von Norden Spaniens bis hin zu Sibirien. Hier in Deutschland findet man die recht kleine Echse mit 18 cm Gesamtlänge in Mooren, Heiden, alten Steinbrüchen, Waldrändern, Grasfluren und von Flachland bis hin zu Berglandschaften. Waldeidechsen lassen sich also fast überall in Deutschland finden und sind nicht so spezialisiert auf bestimme Landschaftsgebiete wie ihre Artgenossen.

Waldeidechse
Waldeidechse

Wie schon geschrieben ist die Waldeidechse im Verhältnis zu den anderen hier lebenden Eidechsenarten eher klein. Von den 18 cm fallen ungefähr 2/3 auf  die Schwanzlänge. Diese Art der Eidechsen ist zudem recht schlank und kurzbeinig. Der Kopf ist recht klein und flach. Bei den Weibchen ist diese Form etwas ausgeprägter, also ist dieser etwas kleiner als bei den Männchen.

Das Schuppenkleid ist auf dem Rücken mit recht kleinen Schuppen überzogen. Auf dem Kopf und am am Bauch sind regelmäßig angeordnete große Schilder zu sehen. Die Schuppen sind auf der Oberseite in verschiedenen Brauntönen gefärbt. Der Halsbereich besitzt bei diesen Echsen eher eine hellgraue Tönung. Das sogenannte Halsband, welches man auf der Unterseite des Halses vorfindet, ist eine Reihe großer gezahnter Schuppen und charakteristisch für diese Gattung. Im Allgemein ist die Zeichnung dieser Tiere eher variabel und folgt keinem einheitlichen Muster.

Bei Waldeidechsen kann man Männchen von Weibchen sehr gut unterscheiden. Nicht nur die schon angesprochen Kopfform ist ein Unterscheidungsmerkmals, sondern auch die Zeichnung des Schuppenkleids. So besitzen die Weibchen meistens zwei gut erkennbare dunkle Seitenstreifen und einen dunklen Rückenstreifen. Bei den Männchen sind diese Streifen nicht so deutlich erkennbar bzw. sehen etwas aufgelöster aus. Auf der Unterseite des Bauches besitzen die Männchen eine sehr kräftige dunkelgelbe bis tiefrote  Färbung. Dazu befinden sich noch zahlreiche schwarze Punkte und Flecken. Bei den Weibchen ist die Unterseite eher in helleren gelb und braunen Tönen mit weniger Punkten und Flecken gehalten.

Eine Besonderheit besitzt die Waldeidechse: Anders als bei ihren Artverwandten legt diese keine Eier ab, sondern gebärt den Nachwuchs lebendig. Die Eier behält das Weibchen in einer Art Sack in ihrem Körper und trägt diese bis zum Schlüpfen des Nachwuchs mit sich herum. Die Ernährung der Embryonen erfolgt über den vorhanden Dotter in dem Ei. Für die Entwicklung der Eier braucht die weibliche Waldeidechse Sonne. Daher wandert sie immer mit dem Sonnenstand mit, um so eine Unterkühlung der Eier zu vermeiden. Nach der Brutzeit schlüpft dann der Nachwuchs voll entwickelt.

Die Bestände der Waldeidechse gehen deutlich zurück. Grund dafür ist die Zerstörung der Habitate wie Heiden, Waldränder oder die Aufforstung von Flächen, die diesen Rückgang fördern. Aber auch der Einsatz von Pestiziden führt dazu, dass die Beutetiere der Waldeidechse dezimiert wird und sie daher nichts mehr zu fressen finden.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetzt besitzt ist die Waldeidechse den Statuts „besonders geschützt“ und ist auf der Internationalen Roten Artenliste als nicht gefährdet (in Deutschland) gekennzeichnet.

Die Smaragdeidechse

Deutschland war schon einmal in Ost und West geteilt. So scheint dies aber noch bei den Smaragdeidechsen der Fall zu sein. Hier in Deutschland gibt es eine östliche wie auch eine westliche Population. Beide sind aber weit voneinander (physisch) getrennt. Diese Trennung der beiden Populationen fand vor tausenden von Jahren statt und es bleibt fraghaft, ob sich diese wieder vereinigen werden.

westliche Smaragdeidechse
Smaragdeidechse

Allgemein unterscheiden sich die beiden Arten so gut wie gar nicht. Wenn, dann kann man sie noch in den jungen Jahren unterscheiden. Aber dieses können dann auch wohl nur ausgebildete Herpetologe. Die Smaragdeidechsen-Population hier in Deutschland ist sehr überschaubar. Die östlichen findet man im dem Gebiet entlang der Grenze bei Passau. Zudem gibt es noch in Brandenburg eine kleine inselartige Kolonie.

Die hier in Deutschland vorkommenden westlichen Smaragdeidechsen fristen primär ein inselartiges Dasein. Dies bedeutet, dass sie von dem eigentlichen Verbreitungsgebiet Süd-West Europas eine Art Außenposten bilden. So findet man in Baden-Württemberg (Mittelrhein) am Kaiserstuhl sowie am Tuniberg, in Rheinland-Pfalz am Oberrhein sowie an der unteren Mosel Populationen dieser westlichen Smaragdeidechsen.

Diese Echsen werden bis zu 35 cm groß, besitzen einen langen schlanken Körperbau mit spitzen Kopf. Die Männchen haben einen recht langen Schwanz, der bis zu zwei Drittel der Gesamtlänge einnehmen kann. Diesen Schwanz können sie bei Gefahr abwerfen, um so Fressfeinde zu verwirren. Dieser wächst aber nicht mehr nach, sondern es bildet sich nur noch ein langer Knorpel aus. Bei den Smaragdeidechsen besitzen beide Geschlechter ein grünliches Schuppenkleid. Es gibt also keine farblichen Unterschiede wie es bei den Zaun- und Mauereidechsen der Fall ist.  Die Jungtiere besitzen anfangs noch ein in bräunlichere Tönen gehaltenes Schuppenkleid und die grünliche Färbung erhalten sie erste im Laufe der Zeit. Die Unterseite bis hoch zur Kehle ist eine Mischung aus weißlich-grün oder einer hellen gelben Färbung und besitzt kein Muster.

Nach der Winterruhe fangen die Tiere an, sich zu häuten und die Männchen legen dann ihr Paarungskleid an. Dies ist für die Smaragdeidechsen ein sehr markantes Merkmal, denn vom Kinn bis hinunter zur Halsregion bekommt diese eine intensive Blaufärbung. Oftmals verwechselt man die Tiere mit männlichen Zauneidechsen. Aber allein das Alleinstellungsmerkmal mit dem blau gefärbten Hals und der eingeschränkte Lebensraum sollten doch recht schnell für Klarheit schaffen. Zudem sind Smaragdeidechsen wesentlich größer und imposanter als die Zauneidechsen.

Der Lebensraum von Smaragdeidechsen ist hier in Deutschland ebenso gefährdet wie es bei den anderen einheimischen Eidechsen der Fall ist. Smaragdeidechsen bevorzugen Gebiete mit Hängen und einem ausreichendem hohen Feuchtigkeitswert. Diese Gebiete sind aber durch die intensive Bewirtschaftung ebenso im Rückgang, sodass das Habitat der Smaragdeidechse immer kleiner wird. Eine Ausbreitung der Population ist dadurch nicht möglich. Zudem die Isolation der hier vorkommenden Smaragdeidechsen ein großes Problem dar. Der Genpool wird nicht mit neuem Material aufgewertet. Dies hat zur Folge, dass es immer mehr unfruchtbare Nachkommen gibt. Ein deutliches Anzeichen für eine aussterbende Art.

Smaragdeidechsen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und sind in der „Roten Liste“ unter stark gefährdet geführt.

Die Blindschleiche

Die Blindschleiche stellt unter den Eidechsenarten doch eine Art Kuriosität dar. Sie gehört der Familie der Schleichen an, welche auch zu den Echsen gehört. Diese wird von ungeübteren Augen recht oft mit einer Schlange verwechselt. Der Grund ist, dass die Blindschleiche im Gegensatz zu ihren Artverwandten keine Gliedmaßen besitzt. Aber auch die Details lassen die Unterschiede zu den Schlangen erkennen. So besitzen sie, anders als Schlangen, schließbare und bewegliche Augenlider. Zudem wirkt die Fortbewegung etwas steifer und behäbiger. Die Blindschleiche züngelt ähnlich wie die Schlange, nur dass diese das Maul öffnen muss. Bei einer Schlange gibt es extra eine Lücke in der Oberlippe dafür.

 

Blindschleiche
Blindschleiche

Der wissenschaftliche Name für die Blindschleiche lautet Anguis fragilis, was übersetzt zerbrechliche Schlange bedeutet. Dass diese Schlangen-Bezeichnung nicht korrekt ist, wurde ja gerade schon erläutert. Die zusätzliche Bezeichnung „zerbrechlich“ rührt aber daher, dass die Blindschleiche mehrere Sollbruchstellen besitzt und ihren Schwanz bei Gefahr abwerfen kann. Dieser wächst zwar wieder nach, das Regenrat erreicht aber nicht mehr die alte Größe.

Blindschleichen haben einen rundlichen Körperbau mit einem stark glänzenden Rumpf, der in einer verhornten Schwanzspitze endet. Vom Kopf, der nahtlos in den Körper übergeht, bis zur Schwanzspitze können Blindschleichen eine Körperlänge von bis zu 50 cm erreichen. Das Schuppenkleid kann, je nach Schleiche, an der Oberseite in verschieden farblichen Ton-Variationen gefärbt sein. So können Töne in braun, grau oder gelblich vorkommen, manchmal aber auch glänzende Bronze- oder Kupfertöne.

Eine deutliche Unterscheidung zwischen den beiden Geschlechtern gibt es bei den Blindschleichen so gut wie gar nicht. Deutliche Unterscheidungsmerkmale, wie es zum Beispiel durch das Schuppenkleid bei den Mauereidechsen der Fall ist, gibt es bei diesen Echsen nicht wirklich. Man muss schon genauer hinsehen um den Unterschied im Kontrast des Schuppenkleids erkennen zu können. Auch im Körperbau unterscheiden sich Männchen von den Weibchen; Männchen werden meist etwas größer. Auf den ersten Blick ist dies aber sehr schwer zu differenzieren.

Der Lebensraum der Blindschleichen ist nicht so spezialisiert wie es bei den anderen Echsenarten der Fall ist. So bevorzugen sie fast alle Landschaftstypen wie Wälder, Heiden oder entwässerte Moore. Aber auch in Parks, Gärten, brachliegende Gelände oder Wegrändern kann man diese Schleichen vorfinden. Die Tiere sind dämmerungsaktiv, da sie keine wirkliche Verteidigungs-Maßnahmen besitzen. Der wichtigste Schutz dieser Tiere ist ihre Tarnung. Daher ist der Beutezug auf Schnecken, Regenwürmer und Raupen eher in den Abend- oder Morgenstunden zu beobachten.

Der Lebensraum der Blindschleiche nimmt ebenso wie bei den anderen Eidechsen immer weiter ab. Auch bei ihr ist das Problem der intensiven Land- und Forstwirtschaft ein Hauptfaktor, dass ihr Habitat stetig geringer wird. Ebenso ist der maßlose Einsatz von Pestiziden und Ungeziefervernichtungsmittel ein weiterer Faktor, warum diese Art mittlerweile in manchen Bundesländer als gefährdet gilt oder auf der Vorwarnliste steht.

Ein paar Tipps zum Eidechsen fotografieren

Zu guter letzt möchten wir euch noch ein paar Tipps zum Thema Eidechsen fotografieren geben. Es ist ja nicht so, dass man diese Tier überall finden kann. Wie ihr ja nun aus dem Artikel wisst, ist der Lebensraum dieser Echsen recht klein geworden. So findet man diese nicht mehr so häufig, wie es früher mal der Fall war. Wenn ihr aber eine oder mehrere Stellen kennt, so solltet ihr diese auch zum fotografieren nutzen.

Eidechsen sind kaltblütig und benötigen die Wärme, um ihre Körpertemperatur auf Betriebsklima aufzuheizen. Dies bedeutet, dass morgens die beste Chance besteht, diese Tiere zu fotografieren, denn zu diesem Zeitpunkt sind noch nicht aufgewärmt und verharren eher ruhig auf ihrem Standpunkt. In dieser Situation kann man diese ohne große Hektik ablichten und muss nicht auf nur einen „Schnappschuss“ hoffen. Wenn die Tiere aufgewärmt sind, so flüchten sie oftmals blitzschnell. Ungefähr ab April/Mai stehen die Chancen recht gut, dass man auch die Brautwerbung bzw. das Paarungsritual beobachten kann.

Im Sommer wird es recht schwer sein, Eidechsen über den Tag zu fotografieren. Auch wenn sie eher „Sonnenanbeter“ sind, vertragen sie keine Hitze und ziehen sich dann in schattigere Gefilde zurück. Daher sollte entweder nur der Frühling zum fotografieren gewählt werden oder man steht recht früh zum Sonnenaufgang auf. Bei den Eidechsen hat man noch im September und auch teilweise im Oktober die Chance, dass man die Jungtiere fotografieren kann. Ab spätestens Ende Oktober beginnt aber die Winterruhe, Zauneidechsen fangen damit oftsmal auch früher an, v.a. die männlichen Tiere. Eine Ausnahme stellt die Mauereidechse dar: diese können auch bei längeren Schönwetterperioden im Winter aktiv sein.

Geeignete Brennweite zum fotografieren

Zum Fotografieren sollte man auf alle Fälle eine lange Brennweite verwenden, also ein Teleobjektiv. Ab 100 mm aufwärts dürfte man auch genügend Abstand zu den Tieren erhalten, ohne dass diese vorher flüchten. Es empfiehlt sich aber mit einer längeren Brennweite zu fotografieren, wenn man nachmittags unterwegs ist. Aus einer sicheren Distanz lässt es sich die Tiere einfach besser fotografieren.

Generell sollte man hektische Bewegungen beim Fotografieren und beim Annähern vermeiden. Bis auf die Blindschleiche besitzen Eidechsen kein Gehör, sondern nehmen die Bewegung und Vibrationen war. Daher empfiehlt es sich, sich diesen Tieren langsam zu nähern. Falls das Tier doch einmal flüchten sollte, so geht man am besten ein paar Schritte zurück oder man verharrt still an der Position und übt sich in Geduld. Wenn die Echse merkt, dass von der Situation keine Gefahr ausgeht, wird sie sich vielleicht wieder zeigen.

Zusätzliche Ausrüstung

In der Regel kann man die Tier ohne weiteres aus der Hand heraus, ohne Stativ, fotografieren. Das Licht sollte doch ausreichend sein um eine kurze Belichtungszeit zu erhalten. Da die Echsen Sonne mögen, sind sie also häufig im direkten Sonnenlicht zu sehen. Wer mag, der kann auch ein Einbeinstativ verwenden. Damit ist man doch noch recht flexibel und hat die nötige Stabilität für eine qualitativ hochwertige Aufnahme. Nötig war es bei unseren Aufnahmen aber noch nie.

Bei den Einstellungen kann man recht gut experimentieren. Ob man nun eine Offenblende wählt oder abblendet hängt von der jeweiligen Lichtsituation ab und wie kreativ ihr die Aufnahme gestalten wollt. Dies kann jeder selber entscheiden, was einem besser gefällt. Im Sommer sollte man definitiv auf das harte Licht achten. Dies wirkt manchmal viel zu stark und es kann sehr schnell zu einer Überbelichtung kommen. Da empfiehlt es sich doch eher, dass man abblendet und mit einer Blende von f/8 anfängt zu fotografieren.

Gutes Licht und viel Spaß beim Fotografieren von Eidechsen!

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