8. Juni 2016 von Reiner Ugele

Halbmondphase

Der Mond

Der Mond ist seit Menschen Gedenken her ein stetiger Begleiter der am Nachthimmel zu sehen ist. Um ihn ranken sich schon viele verschiedene Geschichten, Mythen und Religionen. Doch man sollte nie vergessen, dass  der Mond ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Leben auf der Erde war und immer noch ist. Er wirkt stabilisierend auf die Erdrotation und bremst diese sogar aus. Nur so erhielt die Erde, bei ihrer Entstehung, eine stabile Umlaufbahn und trudelte nicht wild auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne herum. Zudem ist der Mond für die Gezeiten in den Meeren zuständig. Durch seine elliptische Bahn um die Erde und durch seine Masse verändert er die Gravitation der Erde so, dass sich das Wasser immer zu ihm hinbewegt. Dadurch entsteht dann Ebbe und Flut.  Dies alles könnte ein Astrophysiker sicherlich noch besser und ausführlicher beschreiben, aber es vereinfacht, zu zeigen wie faszinierend der Mond ist und wie abhängig wir von diesem sind. Ohne ihn wäre das Leben, wie wir es hier auf der Erde kennen, gar nicht möglich.

Die Zunkunft Menschheit liegt auf dem Mond

Der Mond wird auch noch in der Zukunft  noch ein wichtiger Faktor in unserer Evolution spielen. Vor allem dann, wenn es um die Eroberung des Weltalls geht. Er wird uns in verschiedener Weise als eine Art Sprungbrett ins Weltall dienen. Sei es als Rohstoff-, Wasser- oder Energielieferant. Der Vorteil ist dieser, dass der Mond eine geringere Masse als die Erde hat und daher auch eine geringe Anziehungskraft. Dadurch benötigt man einen Bruchteil der Energie, die man bis jetzt noch aufbringen muss, um von der Erde überhaupt den Sprung in das Weltall zu kommen. Denn den größten Teil der Energie verbraucht man immer noch  für die Überwindung der Schwerkraft der Erde.

Auf dem Mond gibt es zudem genügend Helium 3, das man als Brennstoff für Fusion-Reaktoren verwenden kann. Die Fusionsenergie ist die Energie, die die Sonne antreibt. Auf der Erde findet man nur geringe Spuren von diesem Isotop. Daher bietet die Erschließung des Mondes auch einen weiteren technologischen Fortschritt, der uns immer weiter in die Tiefen des Weltalls vordringen lässt. Aber dies alles noch in  weiter Zukunft, denn wir befinden uns erst noch am Anfang von dem Ganzen.

Allgemein kann man aber schon sagen, dass der Verlauf der Menschheitsgeschichte an den Mond gebunden ist. Der Mond hat mich schon immer fasziniert und er gehörte auch zu meinen ersten Objekten, die ich fotografiert habe. Daher möchte ich in diesem Artikel den Mond als Themenschwerpunkt behandeln. Ihr erhaltet verschiedene Informationen zu den Ereignissen die mit dem Mond in Verbindung stehen, wie zum Beispiel der Blutmond. Natürlich erhaltet ihr auch von mir ein paar Tips, wie und mit welcher Ausrüstung man den Mond am Besten fotografiert.

Die verschiedenen Mondphasen

Die Mondphase beträgt 27 Tagen, 7 Stunden und 43,7 Minuten. Dies bedeutet, dass der Mond solange braucht, bis er die Erde einmal umrundet hat. In diesem Zeitraum von ungefähr 4 Wochen kann man die unterschiedlichen Mondphasen am Himmel beobachten:

  • Neumond
  • zunehmender Halbmond
  • Vollmond
  • abnehmender Halbmond

Danach wiederholt sich dieser Zyklus. Bei seiner Umrundung wird der Mond von der Sonne angestrahlt. Er selbst leuchtet nicht sondern reflektiert nur das Sonnenlicht und je nach seiner Position und Winkel zur Sonne. Die unterschiedlichen Mondphasen entstehen dann aus seiner jeweiligen, wie der Mond zur Sonne steht. Wenn wir den Vollmond sehen steht er der Sonne direkt gegenüber, so dass sein für uns Sichtbarer Teil, voll angestrahlt wird. Bei Neumond wird die uns zugewandte Seite des Mondes nicht mehr direkt angestrahlt, sondern erhält nur das reflektierte Licht der Erde. Der Mond befindet sich dann in einer Linie zwischen der Erde und Sonne. Bei Vollmond befindet sich die Erde zwischen dem Mond und der Sonne in einer Linie. Am Nachthimmel ist der Neumond (also an dem Tag wenn Neumond ist) im Prinzip nicht mehr zu sehen, da die Sonne und der Mond zu diesem Zeitpunkt unter dem Horizont der nördlichen Hemisphäre ist.

Warum man von der aus Erde immer nur eine Seite des Mondes sieht

Von der Erde aus sieht man immer nur eine Seite des Mondes. Dies hat sich im Laufe der Entstehungszeit der Erde und des Mondes so ergeben, da die sogenannten Gezeitenkräfte die Rotation des Mondes verlangsamt hat. Diese Kräfte bewirken eine sogenannte gebundene Rotation, die im Laufe der Zeit den Mond in diese Position gebracht hat. Wer genauer wissen will, wie das zu statten kam oder wie genau diese Kräfte da wirken, dem kann ich diesem Artikel „Warum wir immer nur eine Seite des Mondes sehen“ empfehlen. Dort wird dieses recht ausführlich und nicht all zu sehr wissenschaftlich beschrieben.

Die ersten Bilder von der erdabgewandten Seite gab es erst 1959 von der sowjetische Mondsonde „Lunik 3“ . Die Fotografien, die die Nasa bereit stellt, zeigen ungefähr 70 Prozent der Mondrückseite, in einer etwas bescheidender Qualität. Im Laufe der Jahrzehnte gab es dann immer mehr Bilder von der Rückseite. Im Jahr 2015 machte die NASA mit ihrem „Deep Space Climate Observatory“ Satelliten beeindruckende Gesamtaufnahmen von der Rückseite des Mondes mit der Erde im Hintergrund.

Verschiedenen Ereignisse, die mit dem Mond in Verbindung stehen

Es gibt auch noch verschiedene Ereignisse, die mit dem Mond direkt zu tun haben. Die bekannteste ist die Sonnenfinsternis, wenn der Mond (bei Tag) sich parallel zur Sonne befindet. Dabei verdunkelt der Mondschatten einen Teilbereich der Erde, sodass kurzfristig in diesem Bereich die Nacht hereinbricht. Am 20.3.2015 gab es hier in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Bei dieser verdeckte der Mondschatten nur einen Teilbereich der für uns sichtbaren Sonne. Natürlich habe ich mir dieses Ereignis, als ambitionierter Naturfotograf, nicht entgehen lassen. Auf der folgenden Abbildung kann man die Transit-Phasen des Mondes genau nach verfolgen.

partielle Sonnenfinsternis 2015

Die letzte Sonnenfinsternis in unseren Breitengraden war im Jahr 1999. Wer sich vielleicht noch erinnern kann, war dies ein groß angekündigtes Ereignis gewesen, welches in weiten Teilen Deutschlands durch dichte Wolke leider nicht sichtbar war. Die nächste totale Sonnenfinsternis, die hier in Deutschland zu sehen sein wird, soll am 3. September 2081 statt finden. Also ein Datum das in weiter Ferne liegt.

An dieser Stelle möchte ich einen sehr wichtigen Hinweis geben, wenn man solche Ereignisse oder Dinge mit der Sonne fotografieren möchte. Es sollte niemals direkt in das Sonnenlicht geblickt oder fotografiert werden, ohne einen richtigen Sonnenschutz zu haben. Dies kann unweigerlich zur sofortigen Erblindung oder Folgeschäden an der Netzhaut führen. Im Internet oder in speziellen Fotografie Fachgeschäfte kann man sich spezielle Sonnenschutzfolie oder Filter kaufen. Diese sollten aber genau für die Sonnenbeobachtung ausgelegt sein. Selbst dann sollte man beim fotografieren nicht direkt durch den Sucher blicken, sondern indirekt über den LiveView der Kamera. So kann man nicht nur sein Augenlicht schonen sondern auch die Kamera. Gerade das Teleobjektiv bündelt das Licht der Sonne so stark das es eine Art Laser wird. Niemand möchte gerne Brandlöcher in seinem Sensor Chip seiner Kamera haben? Daher hat der Schutz der Augen und danach der der Kamera immer oberste Priorität!

Naturbilder Magazin Blutmond 2016
Blutmond 2016

Ein weiteres Naturereignis, welches mit dem Mond in Verbindung steht, ist der sogenannte Blutmond. Der Name hört sich drastischer an als er ist und stammt nicht aus einem Horrorfilm oder sonstigen Gleichen.  Der Blutmond ist nicht anderes als eine totale Mondfinsternis, wenn der Kernschatten der Erde die sichtbare Mondscheibe bedeckt.  Durch den Eintritt des Mondes  in den Schatten der Erde fängt dieser dann an, sich in ein dunkles rötliches Orange zu färben. Die Färbung kommt daher zu Stande, dass das Sonnenlicht in der Erdatmosphäre, in den Schattenkegel hinein, gebrochen wird. Vorwiegend ist dies der  langwellige rote Anteil des Licht. Das so gebrochene Licht lässt dann den Mond in ein schwachen rötlichen Licht erscheinen.  Die totale Mondfinsternis ist, im Gegenteil zur totalen Sonnenfinsternis, häufiger zu beobachten. Im Jahr 2018 soll der nächste Blutmond hier in Deutschland zu beobachten sein.

Blauer Mond 2016
Blauer Mond 2016

Wenn man nun das zuvor beschriebene Ereignis von dem Namen her betrachtet, so könnte man sicherlich jetzt  von diesem, rein vom Namen her, ein falsches Bild von dem Mond bekommen. Der sogenannte „Blauer Mond“ hat rein gar nichts damit zu tun, dass der sich  der Mond blau färbt. Es beschreibt ein Ereignis, indem in einem Monat zwei mal der Vollmond am Nachthimmel erscheint. In der Regel ist dieser nur einmal im Monat sichtbar. Die Bezeichnung „Blauer Mond“ kommt ursprünglich aus dem englischen Sprachraum (erste schriftliche Erwähnung 1528),  wo dieser „Blue Moon“ genannt wird und für etwas seltenes, sporadisch Auftretendes Ereignis steht. Erst viel später wurde dann dies mit den zwei Vollmonden in einem Kalendermonat in Verbindung gebracht.

Supervollmond hinter Wolken
Supervollmond hinter Wolken

Als letztes Ereignis gibt es noch den Supermond. Einmal in Jahr nimmt der  Mond eine relativ nähere Umlaufbahn zur Erde ein. Dies bedeutet, dass sich die Distanz zur Erde um 50.000 km verringert. Dies mag jetzt dem einen oder anderen viel anhören, doch astronomisch gesehen ist dies eine sehr geringe Veränderung. Trotzdem wirkt der Mond bzw. der Vollmond doch etwas größer als sonst und man kann ihn sogar etwas deutlicher fotografieren. Man sollte sich aber nicht durch den Superlativ „Super “ täuschen lassen. Wenn man den Mond nah fotografieren will braucht man ein Objektiv oder sogar Teleskop. Erst damit lassen sich die ganzen Details auf der Mondoberfläche ablichten. Einen Supermond kann man mehrmals im Jahr, am Nachthimmel,  beobachten und gehören daher nicht zu den seltenen astronomischen Ereignissen, wie es zum Beispiel bei der totalen Sonnenfinsternis der Fall ist.

Den Mond kann man in der Naturfotografie immer als ein begehrtes Objekt verwenden. Wie man jetzt aus diesem Artikel weiß, gibt es doch unterschiedliche Varianten die man fotografisch festhalten kann. Am liebsten schaue und fotografiere ich den aufgehenden Mond während einer Vollmondphase. Dieses Ereignis ebenso toll anzusehen wie etwa ein Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Leider lässt sie ein  direkter Mondaufgang nicht so gut ablichten, wie wenn er schon später etwas höher über dem Horizont steht. In dem Video kann man deutlich sehen warum dies recht schwer ist, diesen gut ablichten zu können.

Durch die Wärmestrahlung und Feuchtigkeit in der Atmosphäre wirkt der aufgehende Mond recht verschwommen. Dadurch bekommt man einfach kein klares Bild von ihm, selbst wenn man noch so genau fokussieren möchte. Erst später, so nach 20min, wenn er dann weiter über dem Horizont steht, wird diese Situation deutlich besser. Trotzdem ist dies ein sehr tolles Naturspektakel das sich immer wieder lohnt sich das ganze anzuschauen. Der Vorteil gegenüber dem Sonnenaufgang ist dieser, dass man nicht so früh aufstehen muss, um diesen zu beobachten.

Wer den Mond fotografieren möchte der sollte sich eine gute Ausrüstung zulegen. Ein Teleobjektiv ab 300mm Brennweite aufwärts, ein stabiles Stativ und ein Kabelauslöser sind für solche Aufnahmen absolute Pflicht wie auch das manuelle fokussieren. Die beste Qualität erreicht man ab einer Blende von 8 und mit einem niedrigen ISO zwischen 100 und 200. Die Belichtungszeit ist Abhängig von den gegebenen Lichtverhältnissen und sollte diesen auch angepasst werden. Man sollte aber nicht zu lange belichten, da der Mond entweder überstrahlt oder nachzieht was eine Bewegungsunschärfe zur Folge hätte. Wenn man zu kurz belichtet wirkt der Mond eher Schwarzweiß. Es ist immer ein ausprobieren bis man die richtige Belichtungszeit gefunden hat.

Der Mond ist ein wichtiger Bestandteil für das Leben auf der Erde also auch für die Natur. Ohne ihn wäre all das hier auf der Erde  gar nicht möglich. Meiner Meinung nach ist der Mond eines der faszinierenden Objekte in der Naturfotografie ist. Also geht raus in die Natur und fotografiert den Mond in all seinen verschiedenen Phasen.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Verfassen Sie den ersten Kommentar